Losung des Tages

20. November 2019

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen.
Psalm 71,23

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
Epheser 5,19
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Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für November: Hiob 19,25
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Lieber Leser!

Das Telefon klingelt. Meine Mutter ist dran: Jochen, der Papa ist tot. Er ist in den Alpen abgestürzt, Genickbruch. Das liegt nun schon über 11 Jahre zurück, aber es fühlt sich immer noch unwirklich an.

Wie mag es dem Hiob ergangen sein, als erfährt, dass alle seine 10 Kinder an einem einzigen Tag zu Tode gekommen sind? Es ist eine Nachricht, die das gewohnte, sichere Leben in seinen Grundfesten erschüttert, eine "Hiobsbotschaft". Und was sagt der Mann Hiob? Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sei gelobt! (1,21) Er hat es bestimmt nicht fröhlich gesagt, eher mit Tränen in den Augen und mit brüchiger Stimme.

Und trotzdem ist es ein Satz des Vertrauens und der bedingungslosen Unterordnung unter das Handeln Gottes. Doch damit nicht genug: Später sitzt er, mit Geschwüren übersät, in der Asche und kratzt sich mit einer Scherbe die juckenden Stellen. Seine eigene Frau geht auf Abstand und seine Freunde, die zunächst sein Leid stumm teilen, wollen herauskriegen, was er falsch gemacht hat.

Und dann stehen mitten in diesem Buch, das von Leid, Schmerz, Schwermut und Trauer so voll ist, diese Sätze wie ein heller Stern am dunklen Himmel: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Leben dahin, so werde ich doch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust (19,25-27).

Von Jesus konnte Hiob nichts wissen. Aber er hat in einer Zeit gelebt, wo das Thema "Verschuldung" zur Tagesordnung gehörte. Ich bin hoch verschuldet und kann die Schuld nicht begleichen. Da kommt dann vielleicht ein naher Verwandter oder guter Freund und kauft dich frei, erlöst dich, zahlt das entsprechende Lösegeld. Oder ich habe meinen Acker verloren. Durch Missernten war ich gezwungen Kredite aufzunehmen, die ich nicht mehr zurückzahlen kann. Am Ende verkaufe ich mich selbst in die Sklaverei. Was für eine Erlösung, wenn mich da jemand rausholt!

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Da hält ein Mensch in seinem tiefen Leid an Gott fest. Der lebendige Gott kann mich herausholen aus meiner Not, meiner Angst. Er kann mich herauslösen aus meinem Elend. Ungefähr 1700 Jahre später nennen die ersten Christen Jesus ihren Erlöser. Er ist gekommen, um sein Volk zu erlösen. So sagt es Lukas in seinem Evangelium (Lk 1,68). Jesus Christus hat uns vom Tod erlöst. So schreibt es Paulus den Geschwistern in Korinth (2. Kor 1,10).

Er, Jesus Christus, kann sich das Elend mit uns nicht mehr länger mit ansehen. Er sieht die Verlorenheit, die immense Verschuldung und es geht ihm an die Nieren. Sein Innerstes wird erschüttert (Mt 9,36). Er bezahlt an unserer statt. Und das Lösegeld ist sein Opfertod am Kreuz. Jeder, der das glaubt und als tiefes Wissen lebt und bekennt, gehört ganz auf Gottes Seite.

Ihr Pastor Jochen Herrmann