Losung des Tages

22. Mai 2019

Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.
Jesaja 25,9

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.
Lukas 1,68
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Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Mai: 2. Samuel 7,22
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.

Lieber Leser!

Der Hütejunge David aus Bethlehem kommt an den Hof des Königs Sauls. Aber mit der Zeit empfindet ihn der König mehr und mehr als Bedro­hung. Es folgen Jahre der Flucht und David muss sich oft verstecken. Als Saul im Krieg fällt, kürt der Stamm Juda David zum König. Spä­ter wird er auch von den Juden, die in den nördlichen Gebieten leben, anerkannt.

Nachdem David Jerusalem als Hauptwohnsitz für sich und als Hauptstadt für ganz Israel erklärt hat, kommt die Bundeslade auch dorthin. David, der Umherziehende, wird sesshaft. Nun, so meint David, soll auch der Gott, den er verehrt und der sein Tun sichtbar gesegnet hat, ein "schönes" Haus bekommen. Er bespricht das alles mit dem Pro­pheten Nathan, der das Vorhaben zunächst unterstützt und dann durch einen Traum hinterfragt. So spricht der Herr: Du willst mir ein Haus bauen als Wohnung für mich? Wahrhaftig, nie habe ich in einem Haus gewohnt... ich bin umherge­zogen bis zum heutigen Tag. (vgl. 2. Sam 7,5-6)

Da kommen die Fragen auf: Kann man Gott auf ein Haus reduzieren? Lässt Gott sich in Mauern "einsperren"? Ist Gott nicht viel mehr der, der seinen Weg souverän mit den Menschen geht, der unter­wegs ist und nur in der Bewegung erfahren wird? Sesshaftigkeit mag uns ja gefallen, aber Gott will keine Wurzeln schla­gen; auch nicht in einem schönen Gemeindehaus.

Ich bin in meinen Leben schon oft umgezogen. Nun könnte man mei­nen, dass das übt, beweglich zu blei­ben. Aber dem ist nicht so. Die Sehn­sucht, sich zu verorten, bleibt. Gottes Sehnsucht sieht anders aus. Er will bei seinen Menschen sein und nicht nur ab und zu am Sonntag von ihnen besucht werden.

Und dann wird dem David gesagt: Ich will dir ein Haus bauen, spricht Gott. (Vers 11) Du sollst Nachkom­men haben, ein Haus voller Men­schen, ein menschliches Haus. Ich will dafür sorgen, dass dein König­tum Bestand hat und dein Thron feststeht. Gott, dem David ein Haus bauen will, dreht das Vorhaben um und verspricht dem König ein bleibendes Haus, ein lebendiges Haus, wo das Leben pulst, wo eine Generation die nächste ablöst und der Segen wei­terfließen kann.

Gott braucht kein Haus, aber wir leben von seinen Verheißungen, von seinen Zusagen und seiner Zuwendung. Die Gemeinde Gottes ist das geistliche Haus, das Jesus aus lebendigen Steinen errichten will. (1. Petr2) David, der plötzlich spürt und erlebt, wie Gott an ihm und über ihn hinaus handelt, staunt und bekennt: Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unseren Ohren ge­hört haben. (Vers 22) Wo ein Mensch das Handeln Gottes in seinem Leben persön­lich erkannt hat, kommt es ganz automatisch zu einem Bekennt­nis zu diesem großartigen Gott, der nicht an menschengemachte Räume gebunden ist.

Ihr Pastor Jochen Herrmann