Losung des Tages

11. Juli 2026

Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Psalm 46,11

Die aber im Boot waren, fielen vor Jesus nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!
Matthäus 14,33
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Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Juli und August: Amos 5,24
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Liebe Leser!

Der Prophet Amos ist ein scharfer Kritiker der bestehenden Verhältnisse in Israel. Da wird der Mensch nur auf seine wirtschaftliche Größe degradiert. Solange er was leisten kann, ist es gut, aber wenn er sich verschuldet, wird er einfach verkauft. (2,6) Auch wenn er krank wird, ist er abgeschrieben, wird er ausrangiert.

Ihr richtet die Elenden im Land zu Grunde, klagt Amos. (8,4) Die Reichen lassen ihre Beziehungen spielen, erkaufen sich ihr Recht, und Richter sind bestechlich. (5,12) Die Kaufleute tricksen, setzen falsche Gewichte ein, verkaufen Spreu für Weizen (8,5-6), Sohn und Vater gehen zu demselben Mädchen, das sich verkaufen muss. (2,7b) Was für himmelschreiende Zustände!

Wer Menschen missachtet, seine geliebten Geschöpfe, der missachtet den Schöpfer, Gott selbst. Da helfen auch keine Gottesdienste, keine Lobgesänge, kein Lobpreis. In den Versen 21 bis 24 in Kapitel 5 wettert der Prophet im Namen Gottes gegen das fromme Gehabe, angesichts des Unrechts. Das Recht strömt eben gerade nicht wie das Wasser und die Gerechtigkeit ist versiegt. Da sprudelt nichts mehr.

Gottesdienste sind nur eine religiöse Show, abgekoppelt vom Alltag. Mit den Gottesdiensten versuchen sie sich zu beruhigen, auch Gott zu bestechen. Freu dich doch, Gott, hier hast du unsere Opfer! (4,5) Nun gib endlich Ruhe und lass uns unser Ding machen! Geschäft und Glauben, Politik und Glauben, das kann man voneinander abkoppeln, so haben die Menschen gedacht. So denken ja auch heute viele. Menschen gehen in den Gottesdienst und wollen, dass Gott ihr Tun segnet, auch wenn es sich nicht mit dem deckt, was er wirklich will.

Was will Gott? Er will, dass sie umkehren, ihn wirklich suchen. Sucht mich, so werdet ihr leben! (5,4) Ändert euer Leben! Gott will uns nicht nur im Gottesdienst begegnen; er will, dass Alltag und Glauben zusammenkommen. Gott möchte, dass wir seine leidenschaftliche Liebe zu den Menschen bringen, dass der „wahre Gottesdienst“, von dem Paulus im Römerbrief spricht, Römer 12,1-2, im Alltag stattfindet. Dazu gehört eben auch, dass das Recht wie Wasser strömt und die Gerechtigkeit ein nie versiegender Bach ist.

Ihr Pastor Jochen Herrmann