Losung des Tages

1. August 2021

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.
5.Mose 6,5

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
1.Johannes 4,19
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Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Juli/August: Apostelgeschichte 17,27
Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. 

Liebe Leser!

Paulus hat Zeit und schaut sich in der großen Stadt Athen um. Da ist der Marktplatz, die Agora. Oben auf einem Hügel thront der mächtige Parthenon-Tempel. Am Fuße der Akropolis steht das riesige Theater. Die Stadt „atmet" Weite, auch Meinungsvielfalt. überall stehen Menschen zusammen, um zu diskutieren. Die großen Philosophen sind hier zu Hause: Sokrates, Plato, Aristoteles, Pythagoras.

Paulus lässt die Atmosphäre auf sich wirken. Mit wachen Sinnen geht er durch die Straßen, schaut sich die unzähligen Götterstatuen an. Es sind circa 3000. Für jede Lebenslage, jeden Umstand gibt's welche: für die Liebe, für den Krieg, das Wetter, die Fruchtbarkeit, die Gesundheit. Die Athener haben auch fleißig Opfergaben hingelegt, um die Götter gnädig zu stimmen. Es hat ihn innerlich aufgewühlt, erzürnt, aber er hat diesen Zorn zunächst nicht gezeigt. Seine anschließende Rede ist zwar klar, aber frei von dem Gefühl der Abneigung gegen diesen Götzenkult.

Er will auch diese Leute gewinnen und weiß, dass Gott sie liebt und retten will. Und wenn ich die Menschen gewinnen will, muss ich sie erst mal verstehen und nicht gleich vor den Kopf stoßen. Da gibt's die Epikuräer, die das Leben vor allem genießen wollen. Daneben stehen die Stoiker, die ihre Gefühle in den Griff bekommen wollen. Paulus, der seine Schritte zunächst in die jüdische Synagoge lenkt, mischt sich unter das Volk. Was er sagt, kommt an und so sehen wir ihn kurze Zeit später auf dem Areopag. Da darf nicht jeder reden. Das ist seine Chance! Er beginnt mit einer Würdigung: Ihr tut viel in Sachen Religion! Ihr nehmt die Sache ernst! Dann zitiert er einen bekannten griechischen Philosophen: In ihm leben, weben wir. Gott ist näher, als wir es meinen.

Und dann kommt er auf den Stein, den Altar für den unbekannten Gott zu sprechen. Die Sorge der Athener hat sie dazu gebracht, diesen Altar aufzustellen. Sie wollten keinen Gott vergessen. Denn das könnte der ihnen übelnehmen. Hier kann er nun anknüpfen und predigt von dem einen wahren Gott, der nicht in von Menschen gebauten Häusern wohnt. Er hat uns ja gemacht. Wir sind umgeben von seiner Wirksamkeit. Es ist auch nicht so, dass wir ihm dienen müssen oder durch Opfergaben gefügig machen müssen. Er dient uns. Jetzt, so sagt Paulus, ist die Zeit der Unwissenheit vorbei. Gott hat das Gericht in die Hand eines Mannes gegeben, den er vorher von den Toten auferweckt hat.

Wenn er zu Juden geredet hätte, würde er die Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk aufzeigen. Hier sind es Griechen, denen er das Evangelium von Jesus so erzählt, dass sie es verstehen können. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Manche reagieren ärgerlich, andere spotten. Es gibt gleichgültige Leute, auch solche, die das Gehörte erst einmal verdauen müssen.

Gott schenke uns die Gabe, wertschätzend, freundlich und in einer Sprache, die die Menschen verstehen, von Jesus Christus zu reden. Einige lassen sich aber vom Heiligen Geist berühren und kommen zum Glauben an Jesus Christus.

Ihr Pastor Jochen Herrmann