Losung des Tages

22. September 2019

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Psalm 25,5

Einer ist euer Lehrer: Christus.
Matthäus 23,10
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Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für September: Matthäus 16,21-26
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Lieber Leser!

In Vers 16 spricht Simon Petrus erfüllt vom Heiligen Geist ein gewaltiges Bekenntnis: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Als Jesus ein paar Sätze weiter von seinem Leiden und vom Sterben spricht, ist das für Petrus nicht hinnehmbar. Er will nur einen siegreichen, einen machtvollen Jesus.

Jesus reagiert heftig: Geh weg von mir, Satan! (V 23) Das sind zutiefst menschliche und hier besonders egoistische Wünsche, die dem Plan Gottes zuwiderlaufen, Petrus. Vom Christusbekenner zum Sprachrohr Satans - So schnell kann es gehen!

Was machen wir eigentlich, wenn wir uns Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst treffen? Wünschen wir uns da nur einen siegreichen Jesus Christus, der uns mit seiner Kraft aus allem Leid holt. Der uns vor allem Übel bewahrt und ein angenehmes Leben schenkt? Und was ist mit dem leidenden Gottesknecht, der sein Leben verliert, damit wir es geschenkt bekommen?

Ich habe schon Christen gehört, die gesagt haben: Wieso kann Erlösung nicht anders laufen, nicht so blutig, nicht so schrecklich? Da sind wir ganz bei Petrus. Der hat es sich hier auch anders gewünscht. Und wir mit ihm zusammen hören nun, wie Jesus weiter sagt: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten! (Verse 24-25)

Wer Anteil am Sieg Christi haben möchte, der teilt mit ihm auch das Leid. Und es geht jetzt nicht darum, sich ein möglichst "schweres Leben" zu wünschen. Es geht darum, auf meine persönliche Glücksverwirklichung zu verzichten, wenn Jesus es so möchte.

Ich habe gerne als Lehrer in der DDR gearbeitet. Ich war gerne Lehrer. Es ist für mich persönlich ein Vergnügen, wenn ich jungen Menschen ins Leben helfen kann. Und als Jesus mir damals gesagt hat: Steig da aus, Jochen! Mach Schluss damit! Da hab ich schon gelitten. Weil ich damit ein wichtiges Stück meiner Selbstverwirklichung zu Grabe getragen habe. Aber wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre ich aus der Nachfolge ausgestiegen.

Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich, sagt Jesus. Das Kreuz, das Jesus getragen hat, kann damit nicht gemeint sein. Das trägt er allein. Was er da getan hat, für dich und für mich, das können wir nur dankbar annehmen.

Aber wenn du zu Jesus stehst, während alle sagen, dass es doch egal ist, an wen oder was man glaubt. Und du sagst: Nein, es ist nicht egal. Und plötzlich nennen sie dich "eng" und verbohrt, belächeln und verspotten dich. Das kann ein Kreuz sein. Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten!

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Verse 25-26) Wem seine eigenen Lebenswünsche heilig sind, wer seine persönlichen Absichten auch gegen den ausdrücklichen Willen Gottes durchdrückt und wer nur schaut, dass er nicht zu kurz kommt, steht am Ende mit leeren Händen da. Der Schaden an seiner Seele ist nicht wieder gutzumachen.

Aber wenn ich mein Leben in Jesu Hände lege, abgebe und sage: Nun mach du, was immer dir gefällt damit; dann werde ich erleben, wie das Leben sich vertieft und reich wird und auf ewig erhalten wird.

Ihr Pastor Jochen Herrmann