
Monatsspruch für November: Jesaja 2,4
Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Liebe Leser!
Die Sowjetunion schenkte der UNO 1959 eine Bronzeskulptur des Künstlers Jewgeni Wutschetisch „Schwerter zu Pflugscharen“. 14 Jahre nach dem 2. Weltkrieg stand man noch ganz unter dem Eindruck: Nie wieder! So etwas Schreckliches darf nie wieder passieren! Es gibt einen Beschluss des deutschen Bundestages von 1971, wonach man keine Waffen in Gebiete schickt, wo Krieg herrscht, an Kriegsparteien, die in kriegerischen Auseinandersetzungen verwickelt sind, wo durch den Export von Waffen Konflikte aufrechterhalten oder verschärft werden.
Ich weiß nicht, wie groß deine Sehnsucht nach Frieden ist? In einer Zeit, wo wieder die Rüstungsindustrie angekurbelt wird und viele Milliarden Euro dazu verwendet werden, damit Deutschland wehrhaft wird, wo Militärhilfen an die Ukraine fließen, um dieses Land im Kampf gegen Russland zu unterstützen, wo man von einer realen Bedrohung durch Putin für Europa spricht. Wir sind zurzeit ganz weit weg von einer Entspannung, wie es sie etwa Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre mal gab.
Und doch sieht Jesaja gerade in Israel, in Jerusalem viele Menschen, die aus allen Richtungen zum Zionsberg kommen, viele Völker, die seit vielen Generationen bis aufs Blut verfeindet waren, die dann im Licht des Gottes Israel stehen, sich von ihm Rat holen und lernen werden, wie Frieden geht. Er, Gott, wird sie zurechtweisen, wird Recht schaffen, kein weltliches Gericht, auch keins in Den Haag. Er, der die Herzen erforscht, er, der alles aufdeckt, was wir denken, vor dem die geheimsten Gedanken offenbar werden; er kann uns auch Gedanken des Friedens geben.
Wir Menschen werden es nie schaffen. Wir sind ja manchmal schon froh, wenn es mal eine Waffenruhe gibt oder ein Korridor geschaffen wird, wo Hilfsgüter ankommen können für die Zivilbevölkerung. Wir freuen uns, wenn verfeindete Politiker miteinander reden, sich auf Kompromisse einlassen, Zugeständnisse machen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Dass aus Waffen, die Leben vernichten, einmal Ackergerät wird, das dazu dient, den Boden für die Aussaat vorzubereiten und Erntewerkzeug, schenkt Gott. Bei ihm selbst lernen wir, wie Frieden geht und legen die Feindschaft ab, die zu uns gehört, weil wir von ihm getrennt leben. Weil wir auf uns selbst geworfen, nicht anders können, als nach Lösungen zu suchen, die oft den anderen infrage stellen, die ihm das Lebensrecht absprechen.
Es ist hier Gottes Traum, der einmal Wirklichkeit wird, vom dem Jesaja redet. Jesus, der Friedensfürst, der die Friedensstifter in seiner Bergpredigt seligpreist, kann uns mit seinem Heiligen Geist so lenken, dass wir uns nach Frieden ausstrecken und auch Wege suchen, die dem Frieden dienen. Ich wünsche dir sehr, dass du von diesem Geist erfüllt und gelenkt nach Wegen suchst, die dem Frieden dienen. Ich wünsche dir, dass Jesus, der Friedensfürst, dein Denken und Handeln bestimmt!
Ihr Pastor Jochen Herrmann