Losung des Tages

20. August 2019

Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.
Jesaja 9,5

Jesus fragte die Jünger: Wer sagt denn ihr, dass ich sei?
Matthäus 16,15

Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Juli & August: Jakobus 1,19
Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

Lieber Leser!

Wir haben es hier wahrscheinlich mit einem "Unterrichtsstoff" für Anfänger im Glauben zu tun. Menschen, die Jesus ihren Herrn nennen, die sich auf seinen Namen taufen lassen, kommen in die christliche Gemeinde, und es werden ihnen Regeln für den Umgang miteinander an die Hand gegeben. Junge Christen bekommen einen Grundkurs in Kommunikation. Und für Christen, die sich da schwer tun, gibt's ein Auffrischungsprogramm.

Zuhören ist wichtig, wird ihnen gesagt. Darin sollen sie fix, schnell sein. Leider ist nämlich der Mund immer recht schnell. Aber was für eine Wohltat, wenn es Geschwister im Raum der Gemeinde gibt, die in der Lage sind, die darin geübt sind, dir zuzuhören. Es ist eine Grundqualifikation der Seelsorge. Es ist die Basis jeder Form von Beratung und Therapie. Jesus, der viel im Gespräch mit den unterschiedlichsten Leuten war, hat sich die Not, die Sorgen und das, was sie bewegt hat, angehört. Als seine Jünger vom Missionseinsatz zurückgekommen sind, hat Jesus sich alles angehört, was sie so erlebt haben. (Markus 6, 30)

Wo gibt es das in der Gemeinde? Wo kannst du erzählen, was dich beschäftigt und andere fallen dir nicht gleich ins Wort oder sprechen lieber über sich selbst? Mit dem Reden sollst du "langsam" sein, weil das sowieso gut entwickelt ist und wir dazu neigen, den Redefluss des anderen gerne zu unterbrechen. Ich höre, was mein Gesprächspartner erzählt und mir fallen zeitgleich ganz viele Möglichkeiten ein, mich jetzt dazu zu äußeren. Ich habe eine gegensätzliche Meinung. Ich habe zu diesem Thema auch was erlebt. Sich da jetzt zu bremsen, fällt schon schwer ... Darum: Höre gut zu und setzte dein Worte sparsam ein! Es ist eine Haltung, geprägt von Wertschätzung und Achtsamkeit.

Zuletzt, aber deshalb nicht weniger wichtig: Sei langsam zum Zorn. Wenn mich was aufregt, wenn in mir die Wut hochkocht, dann ist es besser, einen Abstand zu diesen starken Gefühlen zu bekommen, damit ich selbst die Chance habe, mich zu sortieren und mir Gedanken zu machen, wie ich das jetzt ausdrücken kann. Das sofortige "Lospoltern" ist oft schädlich. Dabei ist die Zornkraft an sich nicht schlecht. Es geht wie beim Hören und beim Reden wieder um die Dosierung und den richtigen Zeitpunkt.

Es gibt zwei Bibelstellen, wo Jesus kontrolliert und zielgenau zornig gewesen ist. Einmal wollten seine Jünger verhindern, dass Kinder zu ihm kommen können. (Markus 10, 13-16) Und dann gibt es die Szene im Tempel: Jesus wirft die Tische der Geldwechsler um. (Matthäus 21, 12- 17) In beiden Situationen hat sich Jesus voll im Griff, zeigt aber sehr klar, was ihn zornig macht: Kindern wird der Zugang zu ihm selbst verweigert. Der Tempel wird missbraucht. Seine eigentliche Bestimmung als Bethaus wird vernachlässigt.

Schnell zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn – das ist nicht nur ein Lernprogramm für Anfänger. Die Erinnerung an einen gelungenen Umgang in der Gemeinde, wenn es um die Kommunikation geht, ist auch für "alte Hasen" nötig.

Ihr Pastor Jochen Herrmann

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