Losung des Tages

27. Oktober 2021

Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Psalm 34,4

Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.
2.Korinther 1,20

Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Oktober: Hebräer 10,24
Lasst uns aufeinander achtgeben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.

Liebe Leser!

In den Versen vorher wird davon gesprochen, dass wir durch Jesus Zugang zu Gott haben. Das Bild vom Allerheiligsten im Tempel, abgetrennt durch einen Vorhang, erinnert daran, dass das mal anders war. Aber nun ist der Vorhang zerrissen. Wir können kommen. Der Opfertod von Jesus macht es möglich. Wie lebt man vor der offenen Tür Gottes? Für den Schreiber des Hebräerbriefes ist das sonnenklar: Wir sollen aus dem Recht, das wir haben, eine Gewohnheit machen.

Wir sollen hingehen, wie Kinder, die ganz selbstverständlich zu ihrem Vater laufen, wenn sie etwas von ihm wollen, Fragen haben, das Bedürfnis haben, mit ihm zu sprechen, einfach seine Nähe suchen. Wir haben doch ein reines Gewissen geschenkt bekommen und unser Leib ist mit reinem Wasser gewaschen worden. (Vers 22)

Das erinnert an die Taufe, die den Herrschaftswechsel öffentlich sichtbar macht: Nun gehöre ich ganz auf Gottes Seite, bin sein Eigentum, habe mich losgesagt von den bösen Machtstrukturen dieser Welt, gehöre keinem Menschen, auch mir selbst nicht mehr. Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der am Kreuz für mich gestorben ist und mich mit dem heiligen Gott versöhnt hat. Und ich will in verbindlicher Nachfolge dem Herrn in und mit der Gemeinde dienen. Mit diesen Worten, vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt gesprochen, haben es viele von uns ausgedrückt.

Und jetzt kommt es drauf an, dieses Bekenntnis zu leben, mit Leben zu füllen. Das kannst du auf Dauer nicht allein. Darum heißt es in Vers 24: „Lasst uns aufeinander achthaben, einander helfen, uns gegenseitig ermuntern.“ Ein Pastorenkollege aus der Evangelisch-lutherischen Kirche hat mal zu mir gesagt: Ich mag es, wie engagiert die Mitglieder deiner Kirche mitarbeiten, so verbindlich, so verlässlich; aber ich mag eure „soziale Kontrolle" nicht.

Ja, es mag so etwas geben. Es gibt Gemeinden, wo man sich regelrecht kontrolliert, ob man denn „ethisch sauber" lebt. Es gibt christliche Gemeinschaften, die ihre Mitglieder überwachen. Aber so ist es hier nicht gemeint! Wenn ich in Liebe auf den anderen achthabe, dann ist er mir wichtig! Dann hat ihn mir Gott aufs Herz gelegt. Wenn wir uns gleichgültig werden, dann ist das schlimm.

Wir leben in einer Zeit, wo wir uns schnell aus den Augen verlieren können. Manche Gespräche nach dem Gottesdienst müssen oft erst die aufgekommene Fremdheit überwinden. Mit meiner persönlichen Not, meinen Problemen rücke ich da nicht so schnell raus. Was auch immer wir für Möglichkeiten haben, um uns gegenseitig zu ermuntern, um uns im Glauben an Jesus zu ermutigen; Gott schenke, dass wir da kreativ und aufmerksam sind, um sie zu nutzen.

Ihr Pastor Jochen Herrmann

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