Losung des Tages

23. Februar 2019

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von Most triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Ich will die Gefangenschaft meines Volkes Israel wenden, dass sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, dass sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen.
Amos 9,13-14

Der Seher Johannes schreibt: Ein Engel zeigte mir auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Offenbarung 22,2

Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für Februar: Römer 8,18
Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

Lieber Leser!

Paulus hat das Bild einer Waage vor Augen. Die eine Waagschale ist gefüllt mit allem, was uns das Leben schwer macht, alles Leid und aller Kummer. Auf der anderen Seite ist die Herrlichkeit Gottes, die uns erwartet, wenn wir als Kinder Gottes sichtbar werden. Paulus ist sich ganz sicher: Die Waage schlägt eindeutig aus. Das Leid der Welt ist ganz leicht, ja winzig, wenn wir die Herrlichkeit Gottes erleben werden. Der Kummer, den wir jetzt erleben, wird nicht mehr ins Gewicht fallen.

Es geht hier nicht um fromme Augenwischerei oder um das Hinwegtrösten über schwere Schicksalsschläge. Gerade ein Paulus hat sehr gelitten. Er ist verfolgt worden. Man hat ihn geschlagen. Eine Steinigung hat er gerade mal so überlebt.
Die eigenen Leute haben ihn verächtlich behandelt. Sie haben ihm viel Übles nachgeredet. Eine chronische Erkrankung hat ihn in seinem Dienst behindert. Das Schwere seines eigenen Lebens stand ihm also deutlich vor Augen.

Als meine Frau und ich vor fast 18 Jahren unser viertes Kind in den Armen gehalten haben, haben wir auch nicht gewusst, dass uns damit auch eine Last fürs Leben mitgegeben worden ist. Natürlich hat Gott uns auch die Kraft, den Mut und die Liebe für dieses behinderte Kind gegeben, aber es gab auch schwere Zeiten. Eine Frau, die ihren Ehemann liebevoll pflegt und ihm die Hand hält, bis er stirbt, tut es auch aus Liebe zu ihm. Aber es ist trotzdem schwer und es schmerzt.

Paulus erinnert uns daran, dass wir immer auch Teil der Schöpfung sind, auch wenn wir den Heiligen Geist als Gottes Anzahlung auf den Himmel schon haben. Aber wir sind deshalb nicht immun gegen das Leid der Welt. Die ganze Schöpfung seufzt. Sie seufzt wie eine Mutter vor ihrer Entbindung im Kreißsaal. (Röm 8,22) Die ganze Welt liegt im Gebärzimmer. Aber wer immer da liegt, liegt und leidet in großer Hoffnung. Eine neue Schöpfung wird geboren, wenn Christus wiederkommt und die Kinder Gottes offenbar werden. Diese Hoffnung ist es, eine Kraft im Hier und Jetzt.

In Eritrea, in Nordostafrika, werden Christen in alten Schiffscontainern gefangen gehalten. Ab und zu kommt ein Soldat vorbei, gibt ihnen ein wenig zu trinken und fordert sie auf, ihrem Glauben abzuschwören. Wenn sie das tun, können sie gehen, sind sie frei. Es sind unmenschliche Zustände. Es ist ein Leid, das bis an die Grenze des Erträglichen geht. Aber keiner von den Gefangenen ist bereit, die lebendige Beziehung zu ihrem Erlöser Jesus Christus aufzugeben, um zu einer toten Religion zurückzukehren. Sie wissen, dass Jesus für sie gestorben und auferstanden ist. Es gibt für sie eine herrliche Zukunft, die sie nicht durch eine momentane Erleichterung ihrer Lebenssituation aufs Spiel setzen möchten.

Durch Jesus bin ich erlöst, freigekauft und bin ein Kind Gottes! Und einmal wird seine ganze Herrlichkeit an mir offenbar werden!

Ihr Pastor Jochen Herrmann

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