Losung des Tages

23. September 2021

Ihr werdet den Unterschied sehen zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten, zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht dient.
Maleachi 3,18

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.
Galater 6,9

Gedanken zum Monatsspruch

Pastor Herrmann
Pastor Herrmann

Monatsspruch für September: Haggai 1,6
Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.

Lieber Leser!

Wie mögen die Geschwister, die zerstörte Gemeindehäuser in den Überflutungsgebieten haben, diesen Satz wohl lesen: Mein Haus steht wüst da. (Kapitel 1, Verse 4, 9) Gott ermahnt ja seine Leute: Ihr kümmert euch nur um eure eigenen Angelegenheiten, um eure Häuser. Schön getäfelt sollen sie aussehen. Aber um den Tempel kümmert ihr euch nicht. Wie die Begegnungsstätte mit dem lebendigen Gott, der Ort des Betens aussieht, scheint euch nicht zu interessieren!

Die Israeliten haben von den persischen Machthabern endlich die Erlaubnis bekommen, in ihre Heimat zurückzukehren. Gut 50 Jahre vorher hatten die Babylonier dort alles zerstört. Erstaunlich ist hier die genaue Datierung. Nach den Auslegern ist es der 29. August 520 vor Christus, also vor fast genau 2541 Jahren. Was fängt man an, wenn man nach so langer Zeit in die Stadt kommt, wo man selbst oder die Vorfahren gelebt haben? Man sichtet den Schaden, krempelt die Ärmel hoch und fängt an, Schutt, Steine wegzuräumen, um ein Wohnen zu ermöglichen. Man sorgt für die Infrastruktur, für das Überleben. Die Menschen haben damals sicher auch nach den Brunnen geschaut. Wie ist die Qualität des Trinkwassers? Müssen wir neu graben? Sie haben die Weinberge besichtigt, die Felder. Wer wollte es ihnen verdenken?

Und der Tempel? Ja, doch, man hat schon einen Altar für Gott errichtet, auch Fundamente für den neuen Tempel angelegt. Diesmal wollte man es richtig machen. Gott schenkt ihnen einen Neuanfang! - Die ehemaligen Exilanten waren dankbar. Im Buch Esra wird davon erzählt, aber dann kamen die anfänglichen Bemühungen zum Erliegen. Das Private hat die Regie übernommen. Erst einmal kümmerte man sich doch lieber um sich selbst. Der Blick zum Tempelberg war wohl da, auch die Gedanken gab es, den Tempel einmal aufzubauen, aber zunächst eben nicht.

Erst kommt das Dringliche und dann kommt das Gotteshaus! Wobei es hier nicht vordergründig um Mauern geht oder um schöne Räume, die Gott beziehen will. In Vers 5 heißt es in einer sehr wortgenauen Übersetzung: Richtet euer Herz auf eure Wege! Es geht um tiefsitzende Einstellungen, die sich äußerlich zeigen. Was mir wirklich wichtig ist, wird vorrangig behandelt. Es geht um meine Prioritäten. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, sagt Jesus ein halbes Jahrtausend später, so wird euch alles zufallen, was ihr zum Leben braucht. (Matthäus 6,33)

Oft erlebe ich es genau andersherum: Ich kümmere mich um mein Leben und Gott kümmert sich um sein Reich. Gott will aber unsere Herzen auf einen Weg des Vertrauens ausrichten. Ihm zu vertrauen, auch im Alltag, seinen Willen und seine Absichten ganz oben auf meine Agenda zu setzen, wird sich in jedem Fall segensreich auswirken. Dann wird eben nicht das passieren, was die Leute damals vor 2541 Jahre erlebt haben: wenig Ertrag, Hunger, trotz voller Schüssel; Durst, der ungestillt bleibt; Kälte, auch wenn man sich warm angezogen hat; Geld, das nicht glücklich macht und schnell ausgegeben ist.

Jesus hat sich mal hingestellt und gerufen: Wer immer Durst hat, der komme zu mir und trinke! (Johannes 7, 37) Die frische, lebendige Gottesbeziehung kann Jesus schenken. Und es kostet dich nichts oder eben alles. Es kostet kein Geld, aber du bekommst es nur, wenn du mit deiner Trockenheit, deiner Sehnsucht, deinem Leben kommst, damit es wieder angeschlossen wird an den Lebensstrom, der von Gott kommt.

Ihr Pastor Jochen Herrmann

Zurück